#Folge 11 – Demokratie lebt vom Mitmachen

Im Gespräch mit der Demokratie-Werkstadt Recklinghausen

In unserer neuen Podcastfolge von Bündnis 90/Die Grünen Recklinghausen sprechen wir mit Heike Anders und Daniela Sikorski von der Demokratie-Werkstadt Recklinghausen über demokratisches Engagement vor Ort, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Frage, wie wir unsere Demokratie im Alltag stärken können.

Demokratie ist mehr als Wahlen und politische Entscheidungen. Sie lebt davon, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und sich aktiv in die Gesellschaft einbringen. Doch wie gelingt das im Alltag? Wie erreichen wir Menschen, die sich von der Politik nicht mehr gesehen fühlen? Und was können wir alle dazu beitragen, dass demokratische Werte lebendig bleiben?

Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in unserer neuen Podcastfolge. Heike Anders und Daniela Sikorski geben Einblicke in die Arbeit der Demokratie-Werkstadt Recklinghausen, erzählen von ihren Beweggründen und berichten, welche Projekte sie bereits auf die Beine gestellt haben und was sie für die Zukunft planen.

Wer ist die Demokratie-Werkstadt Recklinghausen?

Die Demokratie-Werkstadt Recklinghausen ist ein Verein, dessen Mitglieder sich dafür einsetzen, Demokratie vor Ort erlebbar zu machen und demokratisches Engagement zu fördern. Viele von ihnen verbindet die Sorge, dass demokratische Werte und Strukturen zunehmend unter Druck geraten. Für sie ist deshalb klar: Es reicht nicht, sich Sorgen um die Demokratie zu machen. Es braucht Menschen, die sich engagieren, Verantwortung übernehmen und andere zum Mitmachen ermutigen.

Dabei ist die Demokratie-Werkstadt vielfältig aufgestellt. Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Interessen und politischen Erfahrungen kommen hier zusammen. Einige sind bereits parteipolitisch aktiv, andere haben vor allem den Wunsch, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und gemeinsam etwas zu bewegen.

Aus einer kleinen Gründungsgruppe ist inzwischen ein Verein mit fast 30 Mitgliedern und Unterstützenden geworden. Die unterschiedlichen Perspektiven und persönlichen Interessen verstehen Heike Anders und Daniela Sikorski als Stärke: Jede und jeder kann eigene Ideen einbringen und einen passenden Platz im Verein finden.

Demokratie erfahrbar machen – mit offenen Begegnungen und neuen Ideen

Die Demokratie-Werkstadt möchte demokratische Werte nicht nur theoretisch vermitteln, sondern Menschen ganz konkret miteinander in Kontakt bringen. Dafür setzt der Verein auf unterschiedliche Formate: Workshops, Seminare, Lesungen, Filmveranstaltungen und niedrigschwellige Begegnungsangebote gehören ebenso dazu wie Informationsstände und Gespräche im öffentlichen Raum.

Ein Beispiel ist das gemeinsam mit der Diakonie organisierte Demokratie-Fitnesstraining. Dabei ging es darum, Fähigkeiten zu stärken, die für ein demokratisches Miteinander wichtig sind – etwa aktives Zuhören, den konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Meinungen und die Fähigkeit, miteinander zu streiten, ohne den gegenseitigen Respekt zu verlieren.

Auch der von der Demokratie-Werkstadt initiierte Tag der Demokratie war für die Mitglieder eine wichtige Erfahrung. Zahlreiche weitere Akteure und Vereine beteiligten sich und zeigten, wie viel Engagement und Bereitschaft zur Zusammenarbeit es in Recklinghausen bereits gibt.

Besonders schön: Die Mitglieder können ihre eigenen Interessen und Talente einbringen. So entstehen unterschiedliche Projekte – von Lesungen und Filmabenden bis hin zu musikalischen Veranstaltungen, bei denen Menschen unkompliziert zusammenkommen können.

Raus aus der eigenen Blase: Menschen dort erreichen, wo sie sind

Ein zentrales Anliegen der Demokratie-Werkstadt ist es, auch Menschen zu erreichen, die normalerweise keine politischen Veranstaltungen besuchen oder sich bislang wenig mit demokratischem Engagement beschäftigt haben.

Deshalb geht der Verein bewusst auf die Menschen zu. Regelmäßig ist die Demokratie-Werkstadt beispielsweise mit einem Infostand in Recklinghausen-Süd an der Persil-Uhr präsent. Auch bei Veranstaltungen für Jugendliche und junge Erwachsene suchen die Mitglieder den direkten Austausch.

Dabei geht es nicht darum, Menschen mit fertigen Antworten zu überzeugen. Vielmehr möchten Heike Anders und Daniela Sikorski zuhören, Fragen aufnehmen und verstehen, was die Menschen vor Ort bewegt.

Ein ungewöhnlicher, aber wirkungsvoller Gesprächseinstieg ist dabei das Grundgesetz, das am Infostand mitgenommen werden kann. Daraus entwickeln sich Gespräche über demokratische Werte, persönliche Erfahrungen und manchmal auch über Vorbehalte gegenüber Politik und Demokratie.

Sie berichten im Podcast von überwiegend offenen Begegnungen – auch dann, wenn Menschen kritisch auf ihre Arbeit reagieren. Gerade solche Gespräche bieten die Möglichkeit, Vorurteile zu hinterfragen, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und gemeinsam nach den Ursachen von Unzufriedenheit zu suchen.

Wenn Menschen das Gefühl haben, nicht gesehen zu werden

Im Gespräch geht es auch um die gesellschaftlichen Herausforderungen, die die Mitglieder in Recklinghausen wahrnehmen. Dazu gehören eine verbreitete Unzufriedenheit mit politischen Entscheidungen, die Suche nach bezahlbarem Wohnraum und das Gefühl insbesondere jüngerer Menschen, mit ihren Anliegen zu wenig Gehör zu finden.

Wenn Menschen den Eindruck gewinnen, dass ihre Probleme von der Politik nicht ausreichend wahrgenommen werden, kann das Vertrauen in demokratische Institutionen leiden. Umso wichtiger ist es, Räume für Begegnung und Austausch zu schaffen und Menschen ernst zu nehmen.

Die Demokratie-Werkstadt möchte dazu beitragen, indem sie zuhört, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt und Möglichkeiten zur Beteiligung aufzeigt. Gerade der direkte Kontakt vor Ort ist für den Verein entscheidend: Demokratie soll nicht nur in politischen Gremien stattfinden, sondern im Alltag der Menschen sichtbar und erlebbar sein.

Gemeinsam mehr erreichen: Netzwerke und Kooperationen

Demokratisches Engagement funktioniert besonders gut, wenn Menschen und Organisationen zusammenarbeiten. Deshalb baut die Demokratie-Werkstadt ihr Netzwerk kontinuierlich aus. Zu den bisherigen Kooperationspartnern gehören unter anderem die Diakonie, die evangelische Erwachsenenbildung und die Familienbildung. Auch mit weiteren Initiativen, sozialen Einrichtungen und engagierten Menschen in der Stadtgesellschaft bestehen Kontakte. Die Zusammenarbeit mit den Omas gegen Rechts und der Austausch mit Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sind weitere Beispiele dafür, wie vielfältig das Engagement in Recklinghausen ist.

Die bisherigen Erfahrungen stimmen beide zuversichtlich. Obwohl der Verein noch jung ist, hat er bereits zahlreiche Kontakte geknüpft und positive Rückmeldungen erhalten.

Die gemeinsame Arbeit zeigt: Viele Menschen möchten sich für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Entscheidend ist, diese Kräfte miteinander zu verbinden und neue Möglichkeiten für gemeinsames Handeln zu schaffen.

Lesungen, Begegnungen und neue Projekte

Auch für die Zukunft hat die Demokratie-Werkstadt einiges vor. Im Podcast berichten Heike Anders und Daniela Sikorski von geplanten Aktionen und neuen Ideen, mit denen sie demokratische Beteiligung fördern und Menschen miteinander verbinden möchten.

Ein Beispiel aus dem damaligen Veranstaltungsprogramm war die für den 10. November angekündigte Lesung mit Arne Semsrott zu seinem Buch „Gegenmacht – Die zivile Gesellschaft schlägt zurück“. Die Veranstaltung war in Kooperation mit der evangelischen Familienbildung und der Diakonie in der Altstadtschmiede geplant und sollte neben der Lesung auch Raum für eine anschließende Diskussion bieten.

Darüber hinaus möchte die Demokratie-Werkstadt ihre Präsenz bei Veranstaltungen in Recklinghausen weiter ausbauen. Auch im Hinblick auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wurden mögliche Aktionen und Kooperationen besprochen.

Ein weiterer Wunsch der Mitglieder ist ein fester Ort, an dem Menschen unkompliziert zusammenkommen können – beispielsweise bei einem „Demokratie-Café“. Dort könnten Gespräche stattfinden, Informationsmaterialien bereitliegen und Menschen auch außerhalb festgelegter Treffen eine Anlaufstelle finden.

Die Idee dahinter: Demokratie braucht Orte, an denen Begegnung selbstverständlich wird und Austausch ohne große Hürden möglich ist.

Was wünscht sich die Demokratie-Werkstadt von der Kommunalpolitik?

Ein besonders spannender Teil des Gesprächs dreht sich um die Frage, welche Erwartungen die Demokratie-Werkstadt an die Kommunalpolitik in Recklinghausen hat.

Sie wünschen sich vor allem mehr Offenheit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie eine stärkere Sichtbarkeit politischer Arbeit. Viele Aktivitäten und Angebote gebe es bereits, doch diese müssten auch für eine breitere Öffentlichkeit wahrnehmbar sein.

Darüber hinaus plädieren sie für mehr Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. Statt ausschließlich die Unterschiede zu betonen, sollten demokratische Parteien häufiger gemeinsam zeigen, wo sie sich für die Menschen vor Ort einsetzen und welche Lösungen sie miteinander erreichen können.

Der Wunsch dahinter ist ein konstruktiver Umgang mit unterschiedlichen Positionen: Demokratie bedeutet, verschiedene Meinungen auszuhalten, Kompromisse zu finden und dort zusammenzuarbeiten, wo gemeinsame Ziele bestehen.

Demokratie beginnt auch bei uns selbst

Zum Abschluss der Podcastfolge richtet die Demokratie-Werkstadt den Blick auf jede und jeden Einzelnen. Denn viele Herausforderungen lassen sich nicht allein durch staatliches Handeln lösen. Auch das eigene Verhalten, persönliche Entscheidungen und die Bereitschaft, sich einzubringen, machen einen Unterschied.

Ob beim Klimaschutz, bei der Belebung der Innenstadt oder im gesellschaftlichen Miteinander: Es lohnt sich, nicht nur auf andere zu zeigen, sondern auch zu fragen, was man selbst beitragen kann.

In Recklinghausen gibt es dafür zahlreiche Möglichkeiten. Vereine, Initiativen und Veranstaltungen bieten Gelegenheiten, neue Menschen kennenzulernen, sich zu informieren und eigene Ideen umzusetzen.

Die Botschaft unserer Gäste ist deshalb ermutigend: Nicht verzagen, sondern mitmachen! Auch wenn gesellschaftliche Entwicklungen manchmal Sorgen bereiten, gibt es viele Menschen, die sich für demokratische Werte und ein solidarisches Miteinander engagieren. Und gemeinsam lässt sich mehr bewegen als allein.

Interesse geweckt? So könnt ihr die Demokratie-Werkstadt kennenlernen

Wer sich für die Arbeit der Demokratie-Werkstadt interessiert, eigene Ideen einbringen oder einfach erst einmal unverbindlich vorbeischauen möchte, ist herzlich willkommen.

Der Verein ist über seine Website und seinen Instagram-Auftritt erreichbar. Auch per E-Mail oder telefonisch können Interessierte Kontakt aufnehmen. Die Mitglieder treffen sich in der Regel am zweiten und vierten Samstag im Monat. Da der Treffpunkt variieren kann, empfiehlt es sich, die aktuellen Informationen über die Vereinskanäle oder die lokale Presse zu verfolgen.

Auch an Infoständen und bei Veranstaltungen in Recklinghausen bietet sich die Gelegenheit, mit den Mitgliedern ins Gespräch zu kommen und mehr über die verschiedenen Projekte zu erfahren.

Jetzt die neue Podcastfolge anhören!

Wie ist die Demokratie-Werkstadt Recklinghausen entstanden? Was motiviert die Mitglieder? Wie können wir Menschen erreichen, die sich von der Politik nicht mehr angesprochen fühlen? Und wie schaffen wir es, trotz unterschiedlicher Meinungen gemeinsam an einer lebendigen Demokratie zu arbeiten?

Darüber sprechen wir mit Heike Anders und Daniela Sikorski in unserer neuen Folge von „Bündnis 90/Die Grünen Recklinghausen – der Podcast“.

🎧 Hört rein und lernt die Menschen hinter der Demokratie-Werkstadt kennen!
Denn Demokratie lebt nicht allein von Institutionen und politischen Entscheidungen. Sie lebt von uns allen – von unserer Bereitschaft zuzuhören, Fragen zu stellen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam aktiv zu werden

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Weitere Informationen
Informationen zur Demokratie-Werkstadt findet ihr unter: www.demokratie-werkstadt-re.de

Hier sind die Kontaktmöglichkeiten:
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