Soll bald die Postleitzahl entscheiden, auf welche Schule ein Kind darf? Genau das plant die Verwaltung mit der neuen Satzung zu Schuleinzugsbereichen. Maya Sommer, schulpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Recklinghausen, kritisiert das Vorhaben scharf.
„Welche Grundschule für ein Kind die richtige ist, das wissen Eltern am besten – nicht eine Verwaltungssatzung mit Straßenverzeichnis“, so Maya Sommer. „Familien organisieren ihren Alltag oft komplex: Großeltern, die beim Abholen helfen, der Arbeitsweg eines Elternteils, ein bestimmtes Betreuungsangebot. Schuleinzugsbereiche zwingen Eltern, all das nachträglich zu rechtfertigen – mit Bescheinigungen und Nachweisen.“
Konstruktiver Blick auf die Verwaltungsargumente
Die Grünen erkennen an, dass die Verwaltung reale Herausforderungen lösen will: Planungssicherheit für Schulen und Lehrkräfte. „Nur der Weg über starre Einzugsbereiche ist nicht der richtige“, betont Sommer. Familienfreundlicher seien ein verbessertes Anmeldemonitoring, vorausschauende Bedarfsplanung wie es jetzt mit der Schulentwicklungsplanung passiert und Investitionen in die Qualität besonders herausfordernder Standorte – wofür die schwarz-grüne Landesregierung den Schulsozialindex eingeführt hat.
„Nur der Weg über
starre Einzugsbereiche
ist nicht der richtige.“
Maya Sommer, schulpolitische Sprecherin
Foto: Kim Hüsing

Bei der vorgesehenen Evaluation mahnt die Fraktion: „Erfahrungsgemäß wird ein einmal eingeführtes Steuerungsinstrument selten zurückgenommen. Eine ergebnisoffene Evaluation mit echter Ausstiegsoption muss von Anfang an verbindlich festgeschrieben sein.“
Klare Haltung: Elternwille muss bleiben
Im Schulausschuss hat sich die Fraktion bei der Abstimmung enthalten, sich aber kritisch geäußert. Im Rat wird Bündnis 90/Die Grünen Recklinghausen gegen die Vorlage stimmen. „Eine Satzung, die Familien die Entscheidung nimmt, welche Schule mit welchem Angebot die Beste für das Kind ist, ist mit uns nicht zu machen. Im Rat heißt das: Nein“ so Sommer abschließend.